Die Geschichte eines Familienrestaurants, dessen neue Geschäftsidee es ist, kaltes Essen auszuliefern

Heute ist der letzte Tag im November. 30 Tage arbeitet der Familienbetrieb Ruhland mit einer neuen Routine, die das Überleben der Familie 2020 sichert. Lest in unserem Beitrag, was Vater und Sohn sich haben einfallen lassen, um in diesen Zeiten als Restaurant mit Hotelbetrieb überleben zu können.

Montagmorgen, 5 Uhr. Normalerweise würden Vater und Sohn sich jetzt noch einmal in ihren Betten umdrehen, aber seit 4 Wochen stehen Junior und Senior um diese Zeit bereits in der Küche und bereiten 40 Essen vor. Anders als sonst, kommen diese allerdings nicht warm auf die Teller, sondern müssen wieder runter gekühlt werden, um kalt in Vakuumbeutel verpackt zu werden.

Die Tagesabläufe haben sich in den Zeiten der Pandemie für das gehobene Restaurant mit deutscher Küche komplett verändert. Nicht nur zeitlich haben Vater und Sohn einen völlig neuen Alltag – es fallen zudem ganz neue Aufgaben an, Prozesse haben sich verändert und damit ist auch die gesamte Struktur des Tages nicht mehr wie sonst.

Mit anderen Worten: Die Familie steht plötzlich vor völlig neuen Herausforderungen. Denn nun bekommt nicht nur das Kochen die gesamte Aufmerksamkeit. Familie Ruhland braucht fortan auch täglich ihre Manpower zum Verpacken der Pakete und auch die Logistik führen sie inhouse aus. Der regionale Rewe Fred Matthes hat jeden Tag von 8 – 21 Uhr geöffnet. Um alle Kundinnen und Kunden bestmöglich zu bedienen, müssen die Gerichte natürlich zeitig am Verkaufsstandort sein. „Je früher desto besser“ lautet die Devise.

Grüner Wald at Home – eine Box beinhaltet zwei Portionen

Jeden Tag beliefern sie den regionalen Rewe, der extra für Familie Ruhland eine ganze Kühltheke freigemacht hat. Unter dem Namen „Grüner Wald at Home“ gibt es hier passend zur Jahreszeit folgende Gerichte zu kaufen: Rinderbraten, Ente, Schweine- und Hirschragout, 2 Suppen und Zwiebelschmalz. Das Besondere: 100% des Kaufpreises gehen an den Hotel-Gasthof „Grüner Wald“. Wenn das mal nicht solidarisch ist. Und genau das ist es auch, was nicht nur Familie Ruhland in diesen Zeiten lernt: Was alleine schwer erscheint, schaffen wir gemeinsam.

Was Sohn und Vater ganz deutlich sagen: Wäre das Restaurant kein Familienunternehmen, würde die ganze Rechnung für den Gasthof nicht aufgehen. Neben den Einnahmen aus der Kooperation mit dem Supermarkt, darf die Familie laut den allgemeinen Bestimmungen noch Geschäftsreisende beherbergen und bewirten. Zudem können bis Mittwoch Vorbestellungen für das Wochenende bei Familie Ruhland abgegeben werden, die dann im Restaurant abgeholt werden können. Um das leisten zu können, arbeitet das Team der Familie Ruhland in zwei Schichten: die erste absolvieren Vater und Sohn und die zweite übernimmt ein weiterer externer Koch zusammen mit einer Küchenhilfe.

Wir sagen DANKE für diese ehrlichen Einblicke und wünschen der Familie Ruhland weiterhin alles Gute. Auch dem regionalen Rewe von Fred Matthes möchten wir ein riesiges „Chapeau!“ zukommen lassen. Große Klasse, was Sie da möglich machen!

v.l.: Jan-Philipp Ruhland (Grüner Wald), Fred Matthes (Rewe)