Warum importieren, wenn es auch lokal geht?

Bei Hofly können Lebensmittel bequem per App bestellt werden. Frischer geht es nicht – und fairer auch nicht. Denn du bestellst direkt bei dem Hof deiner Wahl und lässt dir dein Paket nach Hause oder zu einer Abholstation liefern. Alternativ kannst du auch direkt in dem jeweiligen Partner-Hofladen kontaktlos einkaufen. Wir treffen Finn Peters, Gründer von Hofly und WeField, zu einem virtuellen Gespräch.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich? 

Nachhaltig bedeutet, dass wir immer noch ein Minus in der Bilanz haben und den Bankrott nur verzögern. Anstatt „nachhaltig“ sollte es „regenerativ“ heißen. Das beste Beispiel ist unser Boden. Wenn wir nachhaltig Gemüse anbauen, verbessern wir den IST-Zustand nicht, sondern erhalten ihn. Betreiben wir Landwirtschaft aber regenerativ, in einem holistischen Kontext, bauen wir Oberboden auf, der ein wichtiger CO2-Speicher ist. So können wir den Klimawandel umdrehen. Und darum sollte es gehen.

Wie sieht deine perfekte Zukunftsvision der nächsten 5 Jahre aus? Was verändert sich?

Das ist natürlich ein großes Thema und aufgrund der aktuellen Lage finde ich es schwer, eine Aussage zu treffen. Nur zwei Sachen, die ich mir wünsche:

Mehr: Leute, fangt an, euer Gemüse saisonal und regional beim Hof oder auf dem Markt zu kaufen! Weniger: fehlgeleitete Agrarsubventionen.

Was muss passieren, damit die Menschen noch bewusster werden? Wie können wir uns gegenseitig an Nachhaltigkeit auf eine angenehme Art erinnern?

Zurückbesinnung an ein natürliches Leben, zumindest hinsichtlich der lebenserhaltenden Funktionen wie Essen und Trinken. Zucker, zum Beispiel, braucht kein Mensch in seinem Trinken. Und Essen gibt es vor unserer Tür, auf den Feldern sowie in den Gärten – zumindest Gemüse und Obst.

Welche Extrameile geht ihr mit Hofly für Nachhaltigkeit?

Wir wollen mit Hofly einerseits den Landwirten die Direktvermarktung einfacher zugänglich machen und die Logistik abnehmen, damit diese sich auf das konzentrieren können, was wirklich wichtig ist: ihr Land zu bewirtschaften. Dafür müssen wir als Hofly zusammen mit allen teilnehmenden Höfen das Bewusstsein in der Gesellschaft schaffen, dass der natürlichste und beste Weg der Direktbezug beim Produzenten ist. 

Außerdem arbeiten wir eng mit WeField zusammen, einer NGO mit der wir in Partnerschaft monokulturell bewirtschaftete Äcker regenerieren und gemeinsam in Workshops Bewusstsein in der nachkommenden Generation schaffen.

Welche Food-Marken findest du gut und warum?

Ich finde es zur Zeit sehr spannend zu beobachten, wie sich ein neuer Markt langsam aber stetig entwickelt und auch Restaurants anfangen, Manufaktur-Produkte herzustellen. Wirklich geiles Zeug von Spitzenköchen, denen es um den Geschmack, das Produkt und die Herkunft bzw. Ethik geht. Zumindest im Food-Bereich würde ich mich sehr über weniger große Marken und mehr kleine Erzeuger aus spezialisierten Branchen freuen. So bleibt auch die Supply-Chain dahinter transparent und vor allem sehr lokal.

Was können wir von Neue Meere noch mehr tun, um gezielter Aufmerksamkeit auf Nachhaltigkeit in der Lebensmittelerzeugung zu generieren?

Viel findet natürlich in der Produktion und im Vertrieb statt. Ihr seid ein gutes Beispiel für Regionalität. Denn auch Luxusgüter wie Garnelen müssen nicht aus Südamerika oder Asien kommen. Daher seid ihr ein gutes Beispiel für die Alternativlosigkeit von langen Lieferketten aus aller Welt. Zumindest im Lebensmittelsektor. Ich meine, warum muss irgendwas importiert werden? Weiter so.

Gut zu wissen:

Ab dem 01.05.2021 erobert Hofly neben Hamburg auch Berlin und Frankfurt (Main). Wer sich schon einmal eine Hofly-Box sichern möchte, kann das jetzt schon tun:

https://www.startnext.com/hofly-berlin

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